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Freier Eintritt in staatliche Museen und Theater

Rolf Müller: "Durch 'freien Eintritt' werde ich nicht ins Museum gelockt" - "Den Museen muss es gelingen, ihre Inhalte kindgerecht und jugendgemäß zu vermitteln"

"Bis auf einige Ausnahmen variieren die Eintrittspreise in hessischen Museen für Kinder und Jugendliche zwischen 50 Cent und 1,75 Euro pro Einzelbesucher, und in den meisten Museen gibt es sogar kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum 6. oder 14. Lebensjahr. Dieses Modell des freien Eintritts wird beispielsweise schon in der Museenlandschaft Hessen-Kassel sehr erfolgreich praktiziert. Dies ist ein kleiner, richtiger Schritt, um möglicherweise etwaige Hemmschwellen abzubauen und Kinder und Jugendliche zu Dauerbesuchern und Museumsfreunden zu machen. Aber es reicht beileibe nicht aus", sagte der CDU-Landtagsabgeordnete, Dr. Rolf Müller, heute im Hessischen Landtag.

Museen als wichtige außerschulische Lernorte könnten nur dann wirklich gestärkt werden, wenn ein museumsfreundliches Klima geschaffen werde, wobei in diesem Zusammenhang vor allem die Schulen eine wichtige Rolle spielten. Entscheidend sei auch, dass Museen längst keine verstaubten Einrichtungen mehr sind, in denen der Besucher voller Ehrfurcht vor würdigen Exponaten steht, sondern dass Museen zu interaktiven, spannenden Lernorten geworden seien, in denen Geschichte lebendig dargestellt werde und die Verbindungen zur Gegenwart offenbare.

"Mindestens so entscheidend wie der freie Eintritt ist daher die Attraktivität eines jeden einzelnen Museums für den Besucher. Wenn mir die Darstellung der Geschichte nichts sagt und wenn sie mich nicht anspricht, dann werde ich auch durch freien Eintritt nicht in ein Museum gelockt. Deswegen werden in vielen Museen Kinder und Jugendliche gezielt an Kunst und Geschichte heran geführt. Natürlich auch, weil man längerfristig den zahlenden Besucher von morgen im Blick hat", so Müller.

"Grundsätzlich wird in Erfahrungsberichten der Museen, bei denen Eintrittsfreiheit für die genannte Zielgruppe besteht, festgestellt, dass die oft befürchteten Einnahmeausfälle durch den freien Eintritt kaum ins Gewicht fallen", sagte Müller. Marktwirtschaft funktioniere viel indirekter. Bei einem attraktiven Angebot im Museumsshop sowie der Cafeteria würden durch den Kauf von Andenken, Sachbüchern sowie durch den Verzehr von Speisen und Getränken oftmals höhere Einnahmen als durch den Eintritt erzielt. Oft entstehe auch ein Dominoeffekt, da die vom Museumsbesuch begeisterten Kinder künftig das Erlebte und Gesehene ihren (zahlenden) Eltern oder Großeltern zeigen wollten.

"Fazit: Der Antrag ist gut gemeint. Aber der entscheidende Schwerpunkt liegt darin, ob es den Museen gelingt, eine kindgerechte und jugendgemäße Vermittlung der Museumsinhalte zu erreichen", so Müller.

Themengebiet: Bildung, Kinder und Jugend, Kunst und Kultur, Soziales