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Ralf-Norbert Bartelt: „Niederlande bietet wertvolle Anregungen für aktivierende Arbeitsmarktspolitik“

Anlässlich einer Informationsreise nach Rotterdam (NL), bei der der CDU-Arbeitskreis für Arbeit, Familie und Gesundheit den internationalen Arbeitsmarktberater Dick Vink getroffen hat, sagte der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Ralf-Norbert Bartelt: „In den Niederlanden haben wir wertvolle Anregungen aufgenommen, wie aktivierende Arbeitsmarktpolitik noch erfolgreicher gestaltet werden kann.“

Bartelt lobte außerdem die niederländischen Arbeitsmarktprogramme, bei denen arbeitslosen Jugendlichen regelmäßig direkter Kontakt zu regionalen Arbeitgebern vermittelt wird. Auch die Beseitigung von Vermittlungshemmnissen, wie beispielsweise für Alleinerziehende bei der Kinderbetreuung, würde pragmatisch angegangen. Direkt vor Ort in den Jobcentern werde den Müttern und Vätern eine Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. Aus solchen Gründen sei eine regionale Organisation der Betreuung und Vermittlung gegenüber einer zentralistischen Verwaltung zu bevorzugen. Durch die beabsichtigte Ausweitung der Zahl der Optionskommunen seien Voraussetzungen für eine bessere Betreuung von Langzeitarbeitslosen auch in Deutschland geschaffen worden. Hier müsse man den Kommunen jetzt wie in den Niederlanden Freiräume bei der Ausgestaltung der Arbeitsmarktinstrumente und -programme lassen und nicht über eine enge Fachaufsicht von Seiten des Bundes die notwendigen Spielräume einengen.

In den Niederlanden stehe die „work first“ Mentalität im Vordergrund der Arbeitsmarktvermittlung, nach der an erste Stelle die Wiederaufnahme der Beschäftigung steht. Natürlich würden die Arbeitslosen auch gezielt gefördert, aber im parteiübergreifenden Konsens (Christ- und Sozialdemokraten) fordere man von den Arbeitslosen einen eigenen Beitrag. Die Arbeitlosen werden verpflichtet, umgehend nach ihrer Meldung bei den Arbeitsämtern über einen längeren Zeitraum täglich bei den Jobcentern zu erscheinen, um Schulungen zu erhalten und nach Stellenangeboten zu suchen. „Ihr Job ist es, einen Job zu finden. Es ist besser, einen einfachen Job zu machen, als den ganzen Tag untätig zuhause sitzen zu müssen“, formulierte der Arbeitsmarktberater Dick Vink die niederländische Herangehensweise.

In den Niederlanden würden entsprechend der Qualifikationsprofile der Arbeitslosen auch gering qualifizierte Jobangebote staatlich gefördert. Zunächst sei auch ein „einfacher Job“ ausreichend. Danach könne man nach einem „besseren Job“ suchen und anschließend „Kariere“ machen (ABC-Prinzip: “get A job, get a Better Job, start a Career“). „Die niederländischen Prinzipien und Instrumente sind auch für Deutschland interessant. Darüber sollten wir intensiv diskutieren und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Arbeitsmarkterfolge für die Langzeitarbeitslosen wie in den Niederlanden auch in Deutschland möglich werden“, forderte Bartelt abschließend.

Themengebiet: Arbeit, Integration, Soziales, Wirtschaft