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Kultusminister Prof. Dr. R.Alexander Lorz: Lehrerhandreichung zu Sinti und Roma im Schulunterricht vorgestellt

Der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma in Hessen, Adam Strauß, haben heute an der Brüder-Grimm-Schule in Steinau an der Straße die Lehrerhandreichung „Sinti und Roma in Deutschland und die Rolle des Antiziganismus“ vorgestellt. „Der Schutz von Minderheiten vor gesellschaftlicher Ausgrenzung ist Grundlage jeder offenen Gesellschaft. Insbesondere vor dem Hintergrund unserer historischen Verantwortung stehen wir in der Pflicht, jeglicher Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten frühzeitig entschieden entgegenzutreten“, erklärte Kultusminister Lorz. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir heute diese Lehrerhandreichung vorstellen können, mit der wir unsere Lehrkräfte unterstützen und ermuntern möchten, das Thema stärker in den Unterricht einzubeziehen.“ Der Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma, Adam Strauß, erklärte: „Wissen über die Verfolgungsgeschichte unserer Minderheit ist die Grundvoraussetzung dafür, Vorurteile abzubauen. Die Lehrerhandreichung ist ein erster wichtiger Schritt dahin. Erfolgschancen können wir aber nur erwarten, wenn das Thema an allen hessischen Schulen prüfungsrelevant wird."

Unter der Bezeichnung „Zigeuner“ waren Sinti und Roma eine der Gruppen, die während des Nationalsozialismus systematisch verfolgt und deportiert wurden. Heute stellen sie innerhalb der Bundesrepublik Deutschland eine anerkannte nationale Minderheit dar und stehen unter einem besonderen staatlichen Schutz. „Die Schulen in Hessen übernehmen vor diesem Hintergrund eine besondere Verantwortung“, betonte der Kultusminister. „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung über die Lebenssituation von Minderheiten in unserem Land. Sie zeigen mit ihrer Arbeit, dass gesellschaftliche Vielfalt eine Stärke ist und eine Bereicherung für unser Land. Auch als Landesregierung haben wir einen Beitrag geleistet“, so Lorz. So sei mit dem Hessischen Landesverband der Sinti und Roma im Jahr 2014 eine Rahmenvereinbarung beschlossen worden, um Maßnahmen gegen Diskriminierung und zur Stärkung der kulturellen Identität zu fördern.

Im Mittelpunkt der heute vorgestellten Handreichung steht die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma. „Wir wollen allen Schulen in Hessen in diesem Bereich konkrete Unterstützung für den Unterricht zur Verfügung stellen“, erläuterte Lorz. Die Handreichung enthalte hierfür didaktisch aufbereitete Materialien und eine Vielzahl an Quellen, die in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen aller Schulformen eingesetzt werden können. „Es geht uns mit dieser Initiative auch um einen Perspektivwechsel: Wir wollen Interesse an Menschen wecken, die mitten unter uns leben, aber ihre ethnischen Wurzeln im Alltag oft verbergen, aus Angst in eine Schublade gesteckt zu werden. Wir wollen Interesse an Menschen wecken, die unsere Gesellschaft bereichern, Menschen mit interessanten europäischen Biographien. Ich bin überzeugt, dass Wissen und persönliche Erlebnisse über die Geschichte von Minderheiten unerlässlich sind, um Vorurteile abzubauen. Wo es um die Situation von Minderheiten in unserem Land geht, müssen wir miteinander und nicht übereinander reden.“

Erste Unterrichtseinheit an der „Schule ohne Rassismus“

Auch Schülerinnen und Schüler der Brüder-Grimm-Schule hatten sich in Vorbereitung des Termins in einer Unterrichtseinheit mit der Minderheit der Sinti und Roma und der Rolle des Antiziganismus beschäftigt und stellten ihr Projekt im Rahmen des Besuchs vor. Der Hauptautor der Handreichung, Dr. Udo Engbring-Romang, ging weitergehend auf deren Inhalte ein und stellte dar, wie die Handreichung im Unterricht genutzt werden kann. Kultusminister Lorz dankte den Autoren, zu denen neben Engbring-Romang auch Dr. Marlis Sewering-Wollanek und Mirko Meyerding gehören und richtete einen besonderen Dank an den Hessischen Landesverband der Sinti und Roma und insbesondere seinen Vorsitzenden Adam Strauß für die aktive Unterstützung und das große Engagement bei der Erstellung der Handreichung.

Die Brüder-Grimm-Schule ist seit vergangenem Jahr „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und daher prädestiniert, um als erste mit der Handreichung zu arbeiten und hier das Projekt vorzustellen. Kultusminister Lorz hatte für die Auszeichnung und die Arbeit im Rahmen eines Schulnetzwerks die Patenschaft übernommen und nun erstmals die Gelegenheit, sich über die Umsetzung des Themas an der Schule zu informieren.

Hintergrund zur Schule:

Die Brüder-Grimm-Schule ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe mit 486 Schülern, die im Zuge des Ganztagsangebotes eine pädagogische Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung von 11:35 bis 14.00 Uhr sowie verschiedene Arbeitsgemeinschaften anbietet. Die Schule weist zudem einen musikalischen Schwerpunkt auf und beschult zehn Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Inklusion.

Themengebiet: Bildung, Schule